My Life in Istanbul

Loading...

Montag, 5. März 2012

Erasmus in Istanbul? Mein Erfahrungsbericht.


Viele meiner Blog-Leser schrieben mich an und waren erst einmal völlig zerrüttet durch meine negativ besetzten Erfahrungen in Istanbul. Eine große Flut an Mails überstürzte meinen Posteingang mit der Frage:,,Hilfe, Erasmus in Istanbul doch nicht?"

So, erst einmal möchte ich verdeutlichen, dass die Erfahrungen, die ich während meines Auslandsaufenthaltes in Istanbul gemacht habe, nicht absolut gültig sind. Denn es sind keine Fakten und Umstände, die JEDEN erwarten. Es sind Erfahrungen, die ich gemacht habe, weil sie sicherlich viel mit MEINER eigenen Persönlichkeit und meiner Wahrnehmung zu tun haben. Ein Sven oder eine Emine, würde vielleicht die Situationen, die ich durchlebt habe, ganz anders meistern und darin totales Glück finden. Was ich verdeutlichen möchte ist, dass die Erfahrungen anderer Menschen, einen niemals davor abhalten sollte, seinen Träumen nachzugehen. ich wäre wirklich traurig und fast schon sauer, wenn man sein Auslandsstudium in Istanbul nur MEINETWEGEN nicht wahrnehmen würde. Ich würde mich wie ein Verbrecher fühlen, denn ich hätte euch die Chance für eine wundervolle oder einfach nur neue Erfahrung genommen.

Viele Erasmus Studenten erleben die schönste Zeit ihres Lebens in Istanbul. Sie bilden mit Studenten aus aller Welt WG´s, Lerngruppen, Veranstaltungen, Partys. Sie erleben die totale Freiheit in einer so goldigen Stadt wie Istanbul. Das muss definitiv erlebt werden.

Ich hatte eine ausgesprochen sehr unglückliche Zeit in Istanbul. Mein Pech war, dass ich an einer Universität fast außerhalb Istanbuls studierte, sprich an der Maltepe Universität. Außerdem gab es an meiner Universität nur 14 Erasmus Studenten. An der Marmara Universität sind es beispielsweise 250 Erasmus Studenten. Wie man entnehmen kann, habe ich einfach am falschen Ort studiert und somit die Verbindung zur Gesellschaft nicht gehabt. Die 14 Erasmus Studenten habe ich zudem NIE WIEDER getroffen, da sie in anderen Fakultäten waren. Das heisst, ich als Gaststudentin war unter den Einheimischen ein Fremdling. Zusätzlich hatte ich das Missglück, dass meine Mitstudenten super ignorant waren. Vielleicht liegt es aber einfach nur an mir. Ich habe im Laufe der Zeit gelernt, nicht mehr die Schuld bei anderen zu suchen. Sondern erst einmal bei mir selbst zu beginnen. Ich hätte theoretisch, auch wenn ich alleine war, über Facebook und co. den Kontakt zu anderen Erasmus Studenten suchen können und in Erasmus Aktivitätsgruppen beitreten können. Habe ich zwar auch, allerdings erst nach 3,5 Monaten. Bis dahin war ich mental schon so erschöpft und verzweifelt, dass mir die Lust an einem Studium in Istanbul einfach komplett vergangen war.

Mein Statement an alle: Bitte glaubt weiterhin an euren Erfolg im Ausland, auch wenn ich die totale Unzufriedenheit erleben musste. Aber das Glück des Menschen liegt meistens einfach nur in der eigenen Hand.
Istanbul wird euch nicht umlegen können, solange ihr an euch glaubt. :)

Ja und wie geht's mir jetzt? Ich bin nach 1. Semester in Istanbul wieder zurück zu Mama, nach Hamburg gekehrt. Ich arbeite bei der ZEIT-Stiftung im Bereich Bildung und ab April geht mein Studium, sprich mein 6. Semester in Hamburg ( Politikwissenschaften) wieder los.  Dann müsste ich Ende 2012 endlich Bachelor-Absolventin sein.

Und ob ich derzeit glücklich bin? Ja und wie. Ich bereue meinen Auslandsaufenthalt in Istanbul nicht einmal. ich bin froh ihn gemacht zu haben, denn Ich habe einfach zu mir selbst gefunden und erfahren, was möchte ich eigentlich und WER BIN ICH?
Ich glaube ich wurde unheimlich erwachsen während dieser Zeit. Zusätzlich ist es eine top Referenz im Lebenslauf und auch wenn ich viel alleine war, habe ich dennoch sehr wertvolle Menschen kennengelernt.
Nicht zuletzt  habe ich meinen Istanbul-Blog eröffnet, welches mir die Möglichkeit bietet, Menschen wie dir, von meinen Erfahrungen zu berichten und gegebenenfalls ihnen weiterzuhelfen. Das hoffe ich jedenfalls.

Ich wünsche Jedem das Beste. Und viel Mut.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen